Ich hatte seit längerem ja eine Geschichte geplant. Ich brach Chocolate leider aus dem Grund ERST EINMAL ab, da sie einfach nicht mehr zu meiner momentanen Lebenssituation passt und ich mich in den Hauptcharakter dieser Story, Alice, besser hineinversetzen kann. :))
Worum es geht verrate ich allerdings noch nicht. :)
Genre: Fantasy, Romance, Drama

Er war etwas mehr als einen Kopf größer als ich. Seine blonden Haare waren mittellang, saßen perfekt – so als würde er einfach nur mal kurz mit den Händen durchgleiten müssen. Sein Gesicht war relativ markant und auffällig war neben seinem drei Tage-Bart ebenso seine grünen Augen, die wirklich reinstes Grün waren. Unter seinem Blazer trug er ein leicht aufgeknöpftes, weißes Hemd, dazu eine Jeans und Sneakers. Die Ärmel hatte er bis zu seinen Ellbogen hochgekrempelt. Lässig war das Wort, was mir bei seinem Auftreten einfiel. Denn genau so lehnte er sich gegen die Wand und genau so lächelte er auch. Aber es war kein freundliches Lächeln – es schien so, als würde er durch mich hindurch blicken, in mich hinein. So, als würde er meine Gedanken lesen können. Ein durchschauender Blick. Was mir jedoch ein Rätsel war, wieso ich seine Anwesenheit nicht gespürt hatte. Normalerweise konnte ich das bei jedem Menschen, doch bei ihm spürte ich gar nichts. Der Gedanke, dass ich ihn die ganze Zeit nicht bemerkt hatte, war mir alles andere als angenehm, wenn nicht auch unheimlich.
„Stimmt was nicht?“, fragte er schließlich. Es war eine überflüssige Frage, denn natürlich stimmte etwas nicht. Nicht nur etwas, sondern alles stimmte nicht.
„Warum ist hier niemand?“
Ich antwortete mit einer Gegenfrage. Daraufhin seufzte er und neigte seinen Kopf ein wenig zur Seite. Sein Lächeln wurde noch eine Spur breiter.
„Ich kam in die Klasse und das erste, was Miss Morsen zu mir sagte war, dass sie mit der Klasse eine Wette abgeschlossen hatte – sie tippte heute darauf, dass du pünktlich kommen würdest. Und wie du siehst hat sie die Wette verloren. Die Klasse darf sich freuen, sie haben jetzt erst einmal frei.“
Na toll. Diese blöde Kuh hatte eine Wette auf mich gesetzt?
„Ja, na klasse... Und was soll ich jetzt machen? Wieder nachsitzen?“
„Das sollte ich mir aussuchen.“
Der Unbekannte zwinkerte und kam mit ausgestreckter Hand auf mich zu.
„Simon heiße ich. Und du bist?“
„Alice.“
Ein wenig unbeholfen schüttelte ich seine Hand. Er wendete seinen Blick nicht von mir ab und ich tat alles daran dem irgendwie auszuweichen. Warum war es mir so unangenehm? Es fühlte sich wirklich so an, als würde er durch mich hindurchbohren. Aber vielleicht war ich auch nur so nervös, weil... Ja, wieso eigentlich?
„Wer bist du überhaupt?“, fügte ich noch hinzu.
„Diese Schule weist einige Mängel auf, ich soll das alles überprüfen. Das Essen, den Unterricht, die Lehrkräfte, überhaupt den gesamten Schulalltag.“
„Na dann müsste ich dich ja eigentlich siezen.“
„Nein, sieh mich doch an – ich bin jung und gutaussehend, was willst du denn hier siezen?“, ein wenig fassungslos deutete er mit seinen Handbewegungen von oben nach unten auf seinen Körper hin. Super. Ein angeberischer Inspektor, der nun eine gewisse Befehlsgewalt über mich ausüben würde. Zumindest, solange ich in der Schule sitze.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen
Vielen Dank für's Kommentieren ^__^
Sowohl über Nicht- als auch Anonyme :)