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Mittwoch, 9. Mai 2012

Wo bleibt die Antwort

Dein Alltag ist eigentlich voll.
Du hast lange Schule, kommst nach Hause - direkt mit der Hausarbeit anfangen und das kochen, was du den ganzen Tag lang im Hinterkopf geplant hast. Dann willst du noch zum Sport, schaffst es irgendwie. Scheiße, es ist schon halb zehn Uhr abends, als du zurück kommst und geduscht hast. Du betrittst dein Zimmer und siehst deine Schultasche, die du nach der Schule völlig frustriert in irgendeine Ecke geworfen hast. Was denkst du dir dabei? Scheiße. Ich hab noch so Einiges zu erledigen. Noch ist der Tag nicht vorbei. Und dann stressen gewisse Personen noch von der Seite: ,,Man, wir hatten schon den ganzen Tag nicht füreinander! Wieso können wir jetzt nicht einfach Zeit miteinander verbringen?"
Du versuchst die Hausaufgaben so schnell wie möglich zu erledigen, dies gilt ebenso für deine Vorbereitungen. Und als wäre das nicht noch genug, kämen da noch die Referate hinzu, die du schön vorbereiten darfst!
Es ist Mitte der Woche und du hast eigentlich schon seit Beginn der Woche die Schnauze voll.
Aber das war's noch nicht. Weil wir ja in der Facebook-Generation sind und viele von uns süchtig danach sind, haben wir nebenbei dieses schöne Tab in unserem Webbrowser offen. Und sofort macht es "BING!", als du ausmachen wolltest: Es ist eine Freundin von dir, die du schon so lange nicht mehr gesehen hast, die dir schreibt.
,,Er will mich zurück, aber erstmal soll er darum kämpfen und mir zeigen, dass...." - Wenn du den Satz schon liest, hast du keine Lust mehr. Aber du willst ja keine schlechte Freundin sein, trotz der fortgeschrittenen Zeit (23 Uhr). Du antwortest ihr noch schnell in der Hoffnung, dass sie bald auch ins Bett gehen würde - das, was du jetzt eigentlich vorhattest. Und schon wieder bekommst du Stress von der anderen Seite: ,,Hallo, wo bleibst du?!"

....

Und so geht das jeden Tag.
Am Freitag denkst du dir "ja, endlich Wochenende!", doch das war's auch noch nicht. Arbeiten bis 22 Uhr, dann feiern gehen - es ist der Geburtstag von einer Person aus deinem engeren Freundeskreis. Und am nächsten Tag heißt es wieder den gesamten Tag arbeiten. Am Abend musst du dich um deine Beziehung kümmern.

Es ist eigentlich schön, wenn man viel zu tun hat und viele Leute um sich herum hat. Doch was ist, wenn all das, was Spaß machen sollte, einfach keinen Spaß macht?
Wenn du lachst, aber im Hinterkopf trotzdem noch traurig bist? Wenn du lachst und dich dabei fragst, warum du überhaupt lachst? Wenn du lachst und weißt, dass dir eigentlich überhaupt nicht danach ist.
Wenn das Letzte, woran du denkst, wenn du zu Bett gehst, deine Ängste vor der Zukunft sind?
Und wenn dich keiner ernst nimmt, wenn dir keiner zuhört und am Ende damit ankommt ,,Oh, du hattest ja doch Recht!" ?
Dann fragt man sich manchmal: "Bin ich es überhaupt wert, dass...."
Und diese Frage hört nicht auf. Erst kommt sie nur alle paar Tage. Dann kommt sie jeden Tag. Und dann geht sie dir gar nicht mehr aus dem Kopf.

 Und die, die davon betroffen sind, mögen sich bitte fragen, wie es dazu kam. Wer die Antwort schon weiß, ist einen Schritt weiter. Die Antwort sollte eigentlich auch die Lösung sein, aber was ist, wenn die Antwort gleichzeitig auch das Problem ist, auf das viele weitere Probleme folgen?

Es ist eine lange Kette, die beinahe unendlich erscheint. Und je weiter man nach vorne sieht, desto deutlicher wird der Bogen. Und dann schaut man links und rechts um sich und sieht, dass die Linie um einen herum einen Kreis bildet.

Manche nennen das Teufelskreis, ich nenne das schlichtweg einfach nur "Scheiße."
Und solange man sich innerhalb dieses Kreises befindet, wird auch alles grau sein.
Und die, denen du das anvertraust, stempeln das als einzige Laune ab. Als Langeweile, obwohl man überhaupt gar keine Zeit für Langeweile hat. 

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